Kapitel 01 · 1 min
Von Belfort nach Nendaz
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Der Essay beginnt mit einer persönlichen Wegstrecke: Porrentruy, Belfort, Straßburg, Lille, Bordeaux, Paris, dann die Rückkehr nach Haute-Nendaz. Ein Abstieg, gemessen an der Stadtgröße. Ein Aufstieg, wenn man anders rechnet. Zwei technologische Umbrüche, zuerst das Homeoffice, dann die generative KI, haben diese Wegstrecke realistisch gemacht, wo sie vor zwanzig Jahren undenkbar gewesen wäre. Neben dieser Wegstrecke steht der bisse Vieux: ein Bewässerungskanal aus der Zeit vor 1658, der das Wasser dort fasst, wo es reichlich vorhanden ist, um es dorthin zu leiten, wo es fehlt. Diese alpine Umverteilungstechnik ist das Leitbild des Essays. Die generative KI wirkt im kognitiven Bereich so, wie dieser bisse im kontinentalen Maßstab wirken würde: Sie nimmt die in den urbanen Zentren angehäufte Intelligenz und macht sie, zu drastisch gesunkenen Grenzkosten, in den Tälern, Dörfern und abgelegenen Praxen verfügbar. Das Wallis ist durch seine Geschichte besonders gut aufgestellt, um diese Verschiebung zu begreifen und etwas daraus zu machen. Oberhalb des Wohnorts des Autors verläuft das Glasfaserkabel wenige Meter neben dem bisse Vieux: zwei Kanäle, die denselben Hang hinabführen, ohne dass je jemand auf die Idee gekommen wäre, sie gemeinsam zu betrachten. Aus dieser Unaufmerksamkeit ist der Essay entstanden.
Die französische Fassung ist massgebend.