Kapitel 14 · 1 min
Die Tradition als Infrastruktur der Moderne
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Der Epilog formuliert die These im Licht von allem, was vorausging, neu. Der Kanton verfügt über ein seltenes institutionelles und kulturelles Kapital, weit mehr als ein sympathisches Erbe: eine Grammatik der Gouvernanz (bourgeoisies, consortages, sociétés d'alpage, Föderalismus), die Antworten auf Fragen gibt, die die urbane Moderne kaum zu formulieren vermag. Das falsche Dilemma Tradition/Moderne bricht in sich zusammen: Die ernst genommene Tradition ist das, was die Moderne überhaupt regierbar macht. Eine bourgeoisie, die seit sieben Jahrhunderten Wälder besitzt, trägt eine lange Zeitlichkeit, die im Zeitalter der flüchtigen Plattformen kostbar wird; ein consortage, das Wasser nach im sechzehnten Jahrhundert schriftlich festgehaltenen Regeln verteilt, inspiriert die Denkerinnen und Denker der digitalen Gemeingüter. Der Kanton, der die Grammatik der steinernen bisses erfunden hat, ist, ob durch Zufall oder Bestimmung, besonders gut aufgestellt, um den sich öffnenden kognitiven bisse zu regieren. Drei Einwände werden ernst genommen (KI-Blase, urbane Re-Konzentration, regulatorische Blockade) und nuancieren die These, ohne sie zu widerlegen. Das Zeitfenster ist offen. Die Institutionen sind lebendig. Die Technologie ist ausgereift, die Migrationsströme sind günstig, und es fehlt nur die Entscheidung, die diese Elemente verknüpft. Der Essay schliesst mit den zwei Kanälen, die über dem Autor denselben Hang hinabführen, der Glasfaser und dem bisse: sie gemeinsam zu betrachten zu lernen, ist das Programm des Buches.
Die französische Fassung ist massgebend.