Kapitel 03 · 1 min
Das Wallis auf dem Prüfstand des Wandels
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Was ist die Walliser Eigenart wert, wenn man sie an den Zahlen misst? Der Kanton zählt etwas mehr als 370 000 Einwohner, ein BIP, das 2022 die Schwelle von 20 Milliarden überschritten hat, und ein Wachstum, das seinen Kurs hält, ohne abzureißen oder herauszuragen. Der Tourismus trägt ein Siebtel des kantonalen Produkts und jeden fünften Arbeitsplatz, wobei die Verteilung ungleich ausfällt: Im Oberwallis hängt ein Viertel davon ab, im Mittel- und Unterwallis nur ein Zehntel. Diese touristische Abhängigkeit verbirgt ein Gefälle bei der Wertschöpfung pro Arbeitsplatz (durchschnittlich 75 000 CHF gegenüber 130 000 CHF über alle Branchen hinweg), das dazu einlädt, das Bestehende zu ergänzen statt es zu ersetzen. Demografisch betrachtet kommen 2024 mehr als vier von fünf neuen Walliserinnen und Walliser von auswärts, vor allem aus dem Ausland, dann aus den Westschweizer Kantonen. Der Kanton altert rasch: 2035 wird mehr als jeder zehnte Walliser über 80 Jahre alt sein. Drei Ebenen (wirtschaftlich, soziologisch, demografisch) laufen auf eine einzige Frage zu, die des ansässigen qualifizierten Humankapitals, und drei Verben fassen sie zusammen: halten, gewinnen, weitergeben.
Die französische Fassung ist massgebend.